Warum sollten wir swingen?
Wer zum ersten Mal vom Swinger-Lifestyle hört, nimmt oft an, dass in der Beziehung eines Paares etwas nicht stimmen muss, wenn es zu Swingern wird. Ironischerweise ist das genaue Gegenteil der Fall. Dieser Lifestyle ist NUR für Paare, die glücklich, gefestigt und sich ihrer Beziehung sicher sind.
Was macht diesen Lifestyle also so besonders und warum entscheiden sich immer mehr moderne Paare fürs Swingen? Tatsache ist, dass die Menschen im Lifestyle sich durch nichts von anderen unterscheiden. Anders ist nur die Art, wie sie ihre Fantasien und ihre Sexualität entdecken.
Früher galt Sex als etwas, das nur Menschen teilen sollten, die sich innig lieben und meist verheiratet sind. Eine der neuen Realitäten unserer heutigen Gesellschaft ist, dass die meisten Menschen Liebe und Sex inzwischen trennen können. Sex wird sozusagen eher zur Freizeitbeschäftigung als zu einer Erfahrung, die man nur mit dem Seelenverwandten teilt. Heißt das, dass Sex kein körperlicher Ausdruck von Liebe mehr ist? Natürlich nicht – das ist er nach wie vor! „Liebe machen“ heben wir uns weiterhin für die Menschen auf, die wir lieben. Freizeitsex wird jedoch zu etwas, das sich von einer echten Beziehung lösen und als ganz eigene Aktivität genießen lässt.
Eine weitere neue Realität der modernen Gesellschaft ist, dass viele Menschen sexuelle Abwechslung brauchen, um ein rundum erfülltes Sexleben zu haben. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten modernen Ehen durch Seitensprünge auf die Probe gestellt werden oder in einer Scheidung enden. Wir alle kennen die Statistiken. Heißt das, dass wir unsere Partner nicht lieben oder sie sexuell nicht mehr so begehren? Absolut nicht! „Anders“ heißt nicht „besser“. Wenn man zum Beispiel jemanden des anderen Geschlechts ansieht, der nicht der eigene Partner ist, sucht man nicht nach etwas Besserem. Wenn wir jemand anderen ansehen, reizt es uns, seine Körperformen, Bewegungen und Sexualität zu entdecken – alles ist ganz neu, anders und deshalb aufregend. Abwechslung ist das, was viele Menschen erregt, und die Lust darauf wird bleiben.
Zu den inzwischen akzeptierten Teilen unseres Sexlebens gehören auch unsere Fantasien. Per Definition sind sie unsere sexuellen Wünsche, die unsere Partner oft NICHT einschließen (oder zumindest nicht NUR sie). Selbst anerkannte Sexualtherapeuten sind zu dem Schluss gekommen, dass sexuelle Fantasien gesund sind und zu fast jeder Beziehung dazugehören.
Welche Möglichkeiten haben moderne Paare heute also, wenn sie Abwechslung oder Würze in ihrem Sexleben suchen? Nun, es gibt mehrere. Eine ist, deine Gefühle zu unterdrücken und sie weiter zu verdrängen. Dieser Ansatz funktioniert an der Oberfläche. Alles sieht toll aus – ihr seid ein traditionelles „glückliches“ Paar, das niemanden außer einander will. (Oh, wie süß!) Tatsache ist aber, dass du nicht nur dich selbst belügst, sondern auch deinen Partner. Wenn du deine Gefühle unterdrückst, wirst du sie nicht los – oft werden sie dadurch sogar stärker. Damit sind Vertrauen und Kommunikation dahin, ohne die kaum eine Beziehung überlebt. Die zweite Möglichkeit wählen recht viele Menschen als Ausweg: den Seitensprung. Auch wenn du so deine Wünsche befriedigst, fehlen dir wieder genau die zwei wichtigsten Zutaten jeder starken Beziehung, über die wir gerade gesprochen haben. Die dritte Möglichkeit haben ganz normale Paare erst vor Kurzem für sich entdeckt: das Swingen. Es ist ein Lifestyle, der Vertrauen und Kommunikation zwischen den Partnern nicht nur bewahrt – er setzt beides voraus, um mitzumachen.
Beim Swingen geht es darum, sexuelle Fantasien gemeinsam mit deinem Partner zu teilen („gemeinsam“ ist das Schlüsselwort). Dieser Lifestyle funktioniert nur für gefestigte Paare, die sich ihrer Beziehung sicher sind und offen und direkt miteinander kommunizieren.
Ein weiteres Missverständnis über den Lifestyle ist der Mythos, Swinger würden mit jedem schlafen, den sie in der Szene treffen, und das so oft wie möglich. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Tatsächlich sind die meisten Paare keine sogenannten „Hardcore-Swinger“. Es gibt verschiedene Stufen der Teilnahme am Lifestyle. Manche Paare schauen anderen nur gern beim Sex zu, manche lassen sich nur gern zusehen, manche haben nur gern Sex mit ihrem Partner im selben Raum wie andere Paare (Soft Swap), und manche Paare haben gern Sex mit anderen Menschen (Full Swap). Wie weit man geht, entscheiden beide Partner gemeinsam, und meist wird das vor jedem Lifestyle-Event besprochen.
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