Swinger-Regeln
Von Hugh G. Rection
The Swinger Source
Jede Ratgeberkolumne, die ich über den Einstieg ins Swingen gelesen habe, enthält den Satz „Legt Regeln fest und haltet euch daran“. Leider erklären die Autoren kaum je im Detail, wie das gehen soll.
Dieser Artikel ist nicht das letzte Wort zu Swinger-Regeln, sondern ein Ausgangspunkt, um mit deinem Partner oder deiner Partnerin darüber zu sprechen, womit du dich wohlfühlst.
Das Wichtigste vorweg: Der Mensch, mit dem du dein Leben teilst, ist beim Swingen die wichtigste Person. Sein oder ihr Wohlbefinden, die Leidenschaft und das Selbstwertgefühl sollten immer an erster Stelle stehen.
Wenn ihr über Regeln sprecht, denk daran: Egal wie abwegig, albern, seltsam oder schlicht verrückt dir die Regeln deines Partners oder deiner Partnerin vorkommen – sie verdienen Respekt, denn sie sind ihm oder ihr offensichtlich wichtig.
Ich bin außerdem der Meinung, dass ein Gespräch über Regeln weder ein Feilschen noch eine Verhandlung sein sollte, sondern ein offener Austausch darüber, was euch anmacht und was nicht, über Intimität und Gefühle.
Nach diesen Vorbemerkungen hier ein paar Tipps für das Gespräch:
- Sei respektvoll!
- Hör wirklich zu! Allzu oft denken wir schon über unsere Antwort nach, bevor unser Gegenüber ausgeredet hat. Bei einem solchen Gespräch ist es unerlässlich, aktiv und offen zuzuhören.
- Sei ehrlich! Jetzt ist nicht der Moment, deine wahren Gefühle zu verstecken. Am Anfang ist bei vielen Paaren einer abenteuerlustiger als der andere – das ist normal und völlig in Ordnung.
Regeln konkret festlegen
Einer muss den Anfang machen – warum nicht du? Zuerst musst du klären: „Womit fühle ich mich wohl?“ Fragen, die du dir stellen kannst:
- Bin ich wirklich damit einverstanden, dass mein Partner oder meine Partnerin von einer anderen Person sexuelle Lust erfährt?
- Und wenn diese Person dasselbe Geschlecht hat wie mein Partner oder meine Partnerin? Fühle ich mich wirklich wohl dabei zu sehen, wie mein Partner oder meine Partnerin einer anderen Person sexuelle Lust bereitet?
- Und wenn diese Person dasselbe Geschlecht hat wie mein Partner oder meine Partnerin?
- Fühle ich mich wohl dabei zu sehen, wie mein Partner oder meine Partnerin mit einer anderen Person wirklich intime Dinge tut? (Was „wirklich intim“ bedeutet, musst du selbst definieren: Für manche ist es Küssen, für andere eine sinnliche Massage, für wieder andere etwas ganz anderes. Wie auch immer deine Definition lautet – bist du darauf vorbereitet?)
- Habe ich Interesse an richtigem Geschlechtsverkehr mit einer anderen Person als meinem Partner oder meiner Partnerin?
- Habe ich Interesse an Fantasien oder Rollenspielen mit jemand anderem als meinem Partner oder meiner Partnerin?
Das sind nur einige der Fragen, die du dir stellen solltest. Wenn du sie für dich beantwortet hast, sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin darüber. Denk daran: Es ist keine Verhandlung, sondern ein offenes, ehrliches Gespräch über Gefühle und Wünsche.
Wenn ihr beide eure Gefühle ausdrücken konntet, könnt ihr anfangen, eure Regeln festzulegen. Häufige Regeln bei Paaren sind zum Beispiel:
- Keine getrennten Räume – wir spielen zusammen oder gar nicht
- Kein Küssen mit anderen (viele Paare empfinden Küssen als intimer als Sex)
- Kondome sind bei jeder Penetration Pflicht
- Kein Analverkehr mit anderen
- Keine Telefonnummern oder Kontaktdaten von anderen Paaren annehmen
- Jeder von uns kann den Abend jederzeit beenden, ohne Fragen
- Beim Spielen immer wieder miteinander abstimmen
- Hinterher über das Erlebnis sprechen und ehrlich sagen, was gut war und was nicht
Denk daran: Das sind nur Beispiele. Eure Regeln sollten darauf beruhen, womit ihr euch wohlfühlt und was zu eurer Beziehung passt. Am wichtigsten ist, dass ihr beide den gemeinsam festgelegten Regeln zustimmt und sie respektiert.
Und schließlich: Regeln können sich mit der Zeit ändern – und tun das oft auch –, wenn ihr mehr Erfahrung sammelt und euch im Lifestyle wohler fühlt. Was anfangs beängstigend wirkte, kann später aufregend werden, und was zunächst aufregend schien, kann unangenehm werden. Regelmäßige Gespräche und ehrliche Kommunikation sind entscheidend für eine gesunde Swinger-Beziehung.
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